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Erstellen einer Garageneinfahrt

Grundsätzliches

Eine Garageneinfahrt sollte hohen Gewichtsanforderungen standhalten, da sie regelmäßig mit einem Auto befahren wird. Ein guter Oberbau ist hier deshalb Grundvoraussetzung. Die Dicke der einzelnen Schichten ist abhängig von der Belastung des Weges, und vom Untergrund. Die Richtlinie für die Standardisierung des Oberbaus (RStO) klassifiziert speziell eine Garagenzufahrt nicht. Als befahrbarer Wohnweg ist sie jedoch in die Belastungsklasse V zuzuordnen.

Die Gesamtstärke des Oberbaus hängt auch von der Frostempfindlichkeit des Bodens ab, dabei vor allem von der Bodenart, denn je bindiger ein Boden ist (hoher Schluff- und Tonanteil, hohe Kapillarität), desto frostempfindlicher ist er. Sand- und Kiesböden speichern das Wasser nicht so sehr, haben außerdem viel mehr Hohlräume in die sich Eis ausbreiten könnte, so daß eine Volumenvergrößerung durch Gefrieren nicht droht. Für die Frostempindlichkeitszone gibt es Karten, die ein Gebiet wie Deutschland in 3 Klassen, F1 (nicht frostempfindlich), F2 (gering frostempfindlich) und F3 (sehr frostempfindlich) einteilt.

Um Frostschäden zu vermeiden, kann der Grundwasserspiegel durch Drainage oder tiefe Gräben gesenkt werden. Außerdem muß natürlich die erforderliche Dicke der Frostschutzschicht ermittelt werden. Für unser Beispiel (Belastungsklasse V, Frostempfindlichkeit F2) werden für den gesamten Oberbau 40cm vorgeschrieben. Bei einem 8cm hohen Stein und einer 4cm dicken Bettung, sollte die Kies-Sand-Schicht (0/32) 28cm betragen, 12cm davon sollten mindestens eine Frostschutzfunktion (durch einen Feinstoffanteil <5%) übernehmen. In der Regel sind jedoch die verwendeten Mineralgemische sowohl für die Frostschutzschicht als auch für die Tragschicht geeignet, so daß praktisch nur eine Schicht gebaut wird.

Auch die Wahl der richtigen Steine für die Deckschicht ist wichtig. Verwendung finden vor allem kompakte Betonsteine, die im Reihenverband verlegt werden. Sie schützen die Tragschicht vor Verschleiß durch Witterung und Gewichtsbelastung. Die Auswahl erfolgt nach gestalterischen Augenmerken (Baustil im Garten, Haus, Umgebung, Farbe), der Nutzung und Belastung, der Lebensdauer, dem örtlichen Materialangebot oder den finanziellen Mitteln. Betonsteine haben den Vorteil, daß sie in zahlreichen Formen, Farben, Oberflächenstrukturen und Stärken lieferbar sind. Außerdem sind sie preiswert, maßgenau, damit einfach und schnell, auch vom Laien verlegbar, sind lange haltbar und halten Druck aus. Sehr empfehlenswert sind auch Verbundsteinpflaster, denn sie greifen ineinander und verzahnen sich, was die Stabilität der Auffahrt potenziert, da die Kräfte besser auf die Gesamtfläche verteilt werden.

Praxis

Zunächst sollte die Größe, die Höhe und das Gefälle des Bauwerks bestimmt werden. Daraus erschließen sich unsere notwendigen Bestimmungen für unseren Oberbau. Hierbei kann mit dem Nivelliergerät und Meterstab, oder mit Eisen, Schnur und Wasserwaage gearbeitet werden.

Die Kies- bzw. Mineralbetonschicht (0/32) wird verdichtet, herkömmlich im dynamischen Verfahren mit Stampfer oder Rüttelplatte. Der Stampfer erzielt dabei eine größere Tiefenwirkung, während die Rüttelplatte zwar eher oberflächlich, dafür aber gleichmäßiger arbeitet. Die Rüttelplatte sorgt dafür, daß die Tragschicht so ebenmäßig wie möglich abschließt.

Als Ausgleichsschicht wird gebrochener Splitt (0/5) hergenommen, der die Tragschicht überbettet. Dünne Rohre, auch Abziehrohre genannt, werden auf die vorher als erforderlich gemessene Höhe eingerichtet. Mit einer langen Alulatte (oder einem ähnlich langem, geradlinigem Werkzeug) wird nun der Splitt abgezogen, d. h. man geht auf die Knie, legt die Latte auf die Rohre und zieht überschüssige Steine zurück und füllt Löcher unter dem Niveau auf. Dabei entsteht eine gerade Ebene.

Auf dieser Ebene können nun die Betonsteine platziert werden. Nach einigen Reihen legt man nun eine Schnur oder eine lange Alulatte an die letzte Reihe und kontrolliert ob die Flucht noch gerade ist. Bei Bedarf können mit einem Gummihammer abweichende Steine korrigiert werden, oder mit einer Kelle bereits innen liegende Steine wieder richtig positioniert werden. Randbereiche oder runde Gullis müssen mit extra zugeschnittenem Pflaster ausgelegt werden.

Die Fugen werden normalerweise mit Brechsand der Körnung 0/2 (filterstabil mit dem Splitt in der Ausgleichsschicht) aufgefüllt, dabei vor allem erstmal eingekehrt. Dazwischen wird die Fläche nämlich noch ein- bis zweimal mit einer Rüttelplatte mit Gummischutzmatte abgerüttelt. Es sollten dabei alle Körner, sei es Sand oder Splitt, von dem Pflaster entfernt werden, weil sie sonst beim Rütteln die Steine beschädigen können. Ist alles abgerüttelt, kann anschließend der Sand mit Wasser eingeschlämmt und erneut eingekehrt werden, so daß alle Fugen zu sind.

Beim Rütteln kann es passieren, daß einige Steine brechen und Risse bekommen. Das Entfernen einzelner Steine ist dabei nur noch schwer möglich, da der Stein bereits mit dem Splitt und dem Brechsand fest in den Verbund eingebunden ist. Mit einer Spezialzange können sie dennoch aus dem Boden gerissen und ersetzt werden.

Christian Nikitin März 2018

erstellen_einer_garageneinfahrt.txt · Zuletzt geändert: 2019/01/07 16:39 von cn