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Erstellen einer Pflasterfläche

Grundsätzliches

Vorteile von Pflasterflächen sind die gute Begehbarkeit, die gute Verarbeitbarkeit der Steine, die hohe Belastbarkeit, die lange Haltbarkeit, die Reparaturfreundlichkeit, die Schönheit des Materials und die hervorragende Kombinationsmöglichkeit mit anderen Materialien. Dafür ist ein Verbau recht teuer, z. B. da auch der Einbau sehr zeitintensiv ist.

Folgende Hartgesteine mit ihrem Farbspektrum sind im Gebrauch:

Granit hell-, weiß- und gelbgrau, graublau, anthrazitfarben, pink, rötlich
Basalt grau, schwarz bis blauschwarz
Diabas grünlich
Gabbro grau bis grünlich schwarz
Porphyr rötlich, gelblich, grünlich, grau

Granit ist hierbei der Beliebteste, da unbeschränkt witterungsbeständig und sehr gut als Bodenbelag geeignet. Bereits abgefahrener Granit ist dabei sogar sehr teuer, da die Kanten bereits abgerundet sind, was ihnen eine natürlichere Form gibt.

Weichgesteine wie Kalk- und Sandstein (Grauwacke, Marmor, Muschelkalkstein) sind leichter zu bearbeiten, dafür aber nicht sehr witterungsbeständig. Sollten sie es dennoch sein, kann gegebenenfalls sogar ein Nachweis für Witterungsbeständigkeit eingefordert werden.

Außerdem können Pflastersteine in 3 Größengruppen - gemäß ihrer Kantenlänge - eingeteilt werden:

Mosaikpflaster 4-7cm
Kleinpflaster 8-11cm
Großpflaster 12-22cm

Praxis

Beschrieben wird hier der Bau eines 2,5×2,5m großen Pflasterkreises mit Granit-Kleinpflaster (8/11):

Ist bereits ein alter Pflasterverband auf der gleichen Stelle, wird dieser zunächst abgerissen. Vorhandene Betonkeile werden entweder mit Hammer und Meißel, einer Spitzhacke oder einem Abbruchhammer gelöst. Die Steine können je nach Zustand gewaschen und wiederverwendet werden, oder es wird grundsätzlich mit Neuen gearbeitet. Der Transportweg sollte ebenso miteinkalkuliert werden, da ein langer Weg z. B. einen weiten Berg hinauf, das Projekt beeinflussen und sogar kostenintensiver gestalten kann. Auch für eine neue Frostschutzschicht und Bettung sollte das beachtet werden.

Gab es vorher starke Setzungen sind Oberbauarbeiten nötig. Der gesamte Kies, der eventuell auch mit Humus und Splitt durchmischt sein kann wird ausgekoffert. Dazu bietet sich ein Micro- oder Minibagger an, wobei bei der kleinen Fläche die 30cm ruhig auch per Schaufel ausgegraben werden können. Die Tiefe wird für die Anlage von 20cm Frostschutzkies, 3-4cm Splitt und den 8cm dicken Pflasterstein benötigt. Der Kies wird mit einem Stampfer dynamisch verdichtet und anschließend mit einer Flachschaufel begradigt. Splitt (0/5) wird als Ausgleichsschicht bereitgestellt.

Für die etwas über 6m² große Fläche werden etwa 600 Granit-Kleinpflasterstein benötigt. Das sind in etwa 1,3 Tonnen. Für die Kreisfläche ist eine Kreisverband-Pflasterung naheliegend. Eher trapezförmiges Material wäre dafür ideal, da dadurch ein besserer Kurvenverlauf mit den Steinen möglich ist.


Bild

Das gesamte Bauwerk wird mit einem leichten Gefälle (mind. 3%) in Richtung Hang ausgeführt, 6cm auf 2,5m Länge sind hierfür ausreichend. Der äußerste Rand der Steine wird auf Beton gesetzt, mit Mörtel verfugt. Damit hat die Fläche eine feste Umrahmung. Ist diese fest, kann in der Mitte die Bettungsschicht vorbereitet werden, auf die mit einem Pflastererhammer von außen nach innen der Granit gesetzt wird.

Die Fuge zwischen den einzelnen Steinen sollte ca. 15mm groß sein. Der Überstand auf den Rand sollte am Ende etwa einen halben Zentimeter betragen. Die Abschlußsteine müssen entsprechend mit Hammer und Natursteinmeißel zurechtgeschlagen werden, meist bieten sich dreieckige Formen an. Die Steine in der Fläche als ganzes stützen sich gegenseitig; die Fläche erhält so eine Verbundwirkung.

Abschließend wird die Fläche mit Brechsand (0/2) oder Brechsand-Splitt-Gemisch (0/3, 0/5) eingefegt, und mit einer Rüttelplatte mit Gummimatte abgerüttelt (alles setzt sich nochmal um etwa 1cm). Danach nochmal einkehren und mit Wasser die Fugen einschlämmen. Die Fläche bleibt durch diese Verfugungsart flexibel und beweglich, d. h. im Gegensatz zu einer gebundenen, starren Bauweise sind jederzeit leicht Verbesserungen möglich.

Christian Nikitin März 2018

erstellen_einer_pflasterflaeche.txt · Zuletzt geändert: 2019/01/07 16:40 von cn