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Folien und Schweißverfahren

Folien finden im Garten- und Landschaftsbau ihre Verwendung vor allem im Wasser- und Dachbegrünungsbau. Um langfristig dicht zu bleiben, muß eine Folie mehrere Anforderungen erfüllen. Dazu zählen vor allem Reißfestigkeit, UV-Beständigkeit, Frostsicherheit, Wurzelfestigkeit und Umweltverträglichkeit für die Lebewesen im Umkreis. Im Teichbau hat sich bisher die PVC-Folie etabliert. Es gibt aber auch andere, seltener verwendete Materialien, wie PE-, EPDM-Kautschuk- oder neuerdings FPO-Folien, die aber meist teurer sind.

Bei allen spielt die Dichtigkeit eine große Rolle, die das Austreten von Wasser verhindern soll. Deshalb sind die kritischsten Stellen die Überlappungen zwischen mehreren Folien, die so gestaltet werden müssen, daß kein Wasser austreten kann. Es haben sich im laufe der Zeit mehrere Arbeitsweisen herauskristallisiert, mit denen die Anforderungen perfekt umgesetzt werden können.

Als Verbindungstechniken bieten sich neben dem Heißluftschweißverfahren noch das Quellschweißverfahren oder verschiedene Klebeverfahren an, was aber je nach Hersteller und Material unterschiedlich sein kann, und deshalb in den meisten Fällen nicht unbedingt zu empfehlen ist. Als besonders effektiv hat sich aufgrund seiner schnellen Handhabe auf Baustellen die erste Variante herausgestellt.

Im Heißluftverfahren werden mit einem Föhn mit einer 20 oder 40mm breiten Breitschlitzdüse zwei sich überlappende Folien durch Anschmelzen zusammengefügt. Die Überlappung sollte dabei mindestens 8cm betragen. Die gereinigten und staubfrei gehaltenen Folien werden übereinander gelegt, und im Abstand von 15-30cm punktweise aneinander befestigt. Eine kleine Walze - die sogenannten Andrückrolle - wird nun zusammen mit dem Schweißgerät entlang der Naht geführt, und preßt eine ca. 1cm breite Verbindung im hinteren Bereich der Überlappung. Die überlappende Folie wird noch nicht komplett verschweißt.

Beim Fertigschweißen wird die 400°C warme Heißluft gegen die Schweißnaht geblasen. Eine Wärmestau erwärmt die Fläche gleichmäßig und löst sie oberflächlich auf. Die Andrückrolle preßt dabei die beiden Teile zusammen, Hohlräume in denen Luft ist sollten rausgewalzt werden. Die Bewegung der Rolle folgt dann so, daß die Pressung gleichmäßig erfolgt und Restluft rausgedrückt wird. Die fertige Naht ist mit einem Schraubenzieher oder einer Schweißwulst zu prüfen. Nach dem Erkalten ist das Foliensystem sofort belastbar.

Beim Quellschweißen - auch chemo-molekulare Verbindung genannt (Heißluftschweißen = thermo-molekular) - wird die 5cm große, gereinigte und getrocknete Überlappung mit dem giftigen Quellschweißmittel Tetrahydrofuran eingestreicht. Die Naht wird zusammengepreßt und mit einem Gewicht z. B. einem Sandsack beschwert. Die Nahtkontrolle folgt mittels Schraubenzieher. Die Flüssigfolie schützt die Schweißnaht. Ein erneutes Aufstreichen des Mittels ist erst nach einer Verdunstungszeit von 6 Stunden wieder möglich.

Bei allen Vorgängen empfiehlt sich die Arbeit im Freien, da giftige Dämpfe entstehen können. Das giftige Quellschweißmittel sollte nicht erhitzt oder mit der Haut angefaßt werden, da es stark reizend wirkt. Bei Arbeiten mit dem Heißluftföhn ist zu beachten, daß die Kabeltrommel ganz ausgerollt werden sollte, da der hohe Leistungsverbrauch bei langen Arbeitsstunden zu einer Überhitzung des Kabels führen kann.

Christian Nikitin März 2018

folien_und_schweissverfahren.txt · Zuletzt geändert: 2019/01/07 16:40 von cn