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gehoelzschnitt

Gehölzschnitt

Grundsätzliches

Gehölzschnitte sind notwendig, wenn Hecken zu hoch oder breit werden und deshalb zurückgetrimmt werden müssen. Auch Bäume können einfach zu groß werden, weil sie sonst Gebäude oder den Verkehr behindern. Bei Obstbäumen ist die Erziehung, Pflege und Verjüngung das Motiv. Bei Schäden am Baum wie Brüche, Schäden, Frostschäden, Krankheiten, Fäule oder Pilzbefall ist ein Rückschnitt ebenso sinnvoll.

Aufbau eines Baumes

Der Stamm ist das Traggerüst. Seine Höhe ist entscheidend für das Wachstum und die Fruchtentwicklung. In folgender Skizze sind Leitast (L) Fruchtholz (F), Leitastverlängerung (LV) und Stammverlängerung (SV) dargestellt:


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Triebe und Knospen

Wichtig zu verstehen bei Obstbäumen ist: Am einjährigen Trieb befinden sich nur Blattknospen, während Blütenknospen erst an zwei- oder mehrjährigem Holz entstehen (Ausnahme beim Pfirsich).

Alle Triebe haben die Tendenz zum Wachstum in Richtung Sonne, um so möglichst viel Licht abzukommen. Das sollte beim Schnitt beachtet werden, denn ein Schnitt ist nur dann erfolgreich, wenn er den natürlichen Entwicklungsgesetzen des Baumes nicht widerspricht.

Beim Schneiden wird der Baum dazu angeregt, die Spitzen, d. h. die Knospe, die am höchsten steht, am kräftigsten auszutreiben, auch die benachbarten Triebe werden dann dazu angeregt.

Ein starker Rückschnitt sorgt für einen starken Neuaustrieb von wenigen, kräftigen Einjahrstrieben und findet vor allem beim Verjüngungsschnitt älterer Bäume Anwendung. Ein schwacher Rückschnitt jedoch verursacht einen zahlenmäßig großen, aber schwach triebigen Neuwuchs. Damit wird die Bildung von starken Holtrieben unterbunden, und die Entstehung von Fruchtholz gefördert.


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Zum Schnitt

Der Schnitt erfolgt entweder mit einer Baumschere, bei dickeren Zweigen mit einer Astschere oder mit einer Handsäge.

Die besten Schnitte sind die, die nach dem Schneiden kaum auffallen. Bei Rückschnitten wird immer auf die Knospe zurückgeschnitten. Die Knope soll gerade so nicht abgeschnitten werden. Dadurch werden die Seitenknospen zum Austrieb gezwungen. Es empfiehlt sich auf das Außenauge zu schneiden, weil damit eher eine breitere Ausladung des Baums möglich wird.

Starke Äste werden unten angesägt, bevor von oben der eigentliche Schnitt kommt. Dadurch kommt es zu keinem Rißschaden, der auf den Leittrieb oder den Stamm zurückreißt. Den übrigen Stümmel, den sogenannten “Huthaken”, kann man dann sauber entfernen, so daß ein glatter, deutlich erkennbarer Astring entsteht. Er darf unter keinen Umständen stehenbleiben, weil sonst die Wundheilung blockiert wird. Die Wunde kann nicht verschlossen werden, Pilze und Fäulnis gelangen eher in das gesunde Holz.

Grundsätzlich gilt es das Kroneninnere auszulichten, d. h. die nach innen wachsenden Leit- und Konkurrenztriebe zu entfernen, weil sie sich gegenseitig das Licht wegnehmen, wenn alles zu dicht ist. Es gilt den Baum ausladender, sowie licht- und luftdurchlässiger zu formen. Damit sind die Voraussetzungen für die Blatt- und Blütenknospen-, sowie die Fruchtholzbildung optimal.

Klar ist, sich kreuzende, behindernde, reibende oder ineinander wachsende Äste zu entfernen, da sie sich gegenseitig nicht nur im Wachstum stören, sondern auch noch gegenseitig das Licht wegnehmen. Wasserreiser sollten nicht komplett entfernt werden, wenn sie auftreten. Einige sollten ungeschnitten stehen bleiben, weil sie damit den Druck an dieser Stell aufnehmen. Ansonsten treiben im nächsten Jahre massenhaft junge Wasserreiser aus. Im Sommer können sie auch komplett mit dem Astring herausgerissen werden, da die Wunde dann gut verheilen kann und dort gleichzeitig keine Neuen mehr sprießen können.

Christian Nikitin März 2018

gehoelzschnitt.txt · Zuletzt geändert: 2019/01/07 19:58 von cn