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Holz im Garten

Die Holzterrasse

Holzterrassen erfreuen sich bei Gartenliebhabern und -ästhetikern schon seit längerem einer immer größeren Beliebtheit. Das Anlegen dieser stellt jedoch viele Landschaftsgärtner vor eine hohe Herausforderung, da dabei einige essentielle Punkte zu beachten sind. Der Werkstoff Holz ist nämlich nicht unbedingt immer der Werkstoff mit dem der typische Gärtner viel am Hut hat.

Der Standort einer Anlage sollte vorher gut durchdacht werden. Will man einen schönen Ausblick von der Terrasse? Wird die Terrasse überdacht sein? Wird das Holz feucht, z. B. durch einen anliegenden Teich oder Pool? Hätte man lieber eher ein schattiges oder sonniges Plätzchen, an der Nord- oder Südseite eines Gebäudes? Das alles spielt eine entscheidende Rolle, nicht nur auf das eigenen Wohlbefinden, sondern auch welches Holz für die spezifischen Faktoren passend wäre.

Nachhaltigkeit durch das ressourcenschonende Material, Reparaturfreundlichkeit, Wiederverwendbarkeit und v. a. der optische Reiz zeichnen Holzterrassen aus. Dafür sind sie pflegebedürftiger und halten im Außenbereich auf Dauer meist nur begrenzt ihre Qualität, da sie je nach Holztyp schnell verwittern können.

Holzarten

Es gibt verschieden geeignete Holzarten, die im Hausgarten Verwendung finden können:

LÄRCHE

Lärchenholz wird schon seit vielen Jahren im Fassadenbau eingesetzt. Das rötlich, bräunliche Kernholz gibt dem Lärchenholz beim Prozess der Bewitterung eine gräuliche Patina. Lärche besitzt eine hohe Festigkeit und eine gute Widerstandsfähigkeit im Außenbereich. Dies liegt unter anderem am hohen Harzgehalt von Lärchenholz. Die markanten Äste verleihen der Lärche eine besondere Optik. Lärche eignet sich für den Bau von Terrassen und Zäunen im Außenbereich. Eine Imprägnierung ist dringend zu empfehlen, um die Dauerhaftigkeit zu erhöhen. Die Haltbarkeit entspricht der Resistenzklasse 3 (mäßig dauerhaft, im Schnitt 10 Jahre).

ROBINIE

Die Robinie, auch oft Akazie oder Scheinakazie genannt, ist das härteste und dauerhafteste Holz Europas.. Aufgrund seiner hohen Festigkeit, Härte und Dauerhaftigkeit ist Robinienholz bestens für im Freien verbautes Holz wie Zäune oder Terrassenbeläge geeignet. Die Haltbarkeit entspricht der Resistenzklasse 1-2 (sehr dauerhaft, mindestens 20 Jahre).

BANKIRAI

Bankirai gehört zu den schwersten Hölzern unserer Erde, aus diesem Grund ist es hervorragend für den Außenbereich geeignet. Bankirai hat eine rot-braune Färbung, ist im Prinzip Ast- und Splintfrei und wird deshalb auch gern als “Barfußdiele” bezeichnet. Die Lebensdauer dieser Holzart wird mit 40-50 Jahren beziffert, eine Abkopplung vom Untergrund vorausgesetzt. Eine Imprägnierung ist wie bei den meisten Tropenhölzern nicht notwendig! Die Haltbarkeit entspricht der Resistenzklasse 2 (sehr dauerhaft, 15 Jahre).

EICHE

Eiche ist eines der härtesten und dauerhaftesten Hölzer Europas. Aufgrund seiner zahlreichen guten Eigenschaften gehört es damit zu den wertvollsten europäischen Holzarten, vor allem aufgrund der langen Haltbarkeit. Durch seine Inhaltsstoffe ist es nahezu resistent gegen Fäulnis, Insektenbefall und Pilze. Aufgrund seiner hohen Festigkeit, Härte und Dauerhaftigkeit ist daher Eichenholz besonders für im freien verbautes Holz geeignet. Die Haltbarkeit entspricht der Resistenzklasse 2 (wenig dauerhaft, ungeschützt max. 5-10 Jahre).

Bau einer Holzterrasse aus Lärche

Ein möglichst kiesiger, gut verdichteter Boden gilt als Grundvoraussetzung für den Bau, zunächst des Unterkonstruktionssystems. Herkömmlich werden dafür Betonleistensteine verwendet, die die Grundlage für die eigentliche Terrasse bilden. Die Reihen werden dabei in einem Meter Abstand gesetzt, genau in derselben Ausrichtung wie später die Dielen ausgerichtet sein sollen. Auf diese Betonleistensteine kommt dann im rechten Winkel die Holz-Unterkonstruktion mit einem Abstand von max. 50cm zueinander. Die Oberseite dieser Holz-Unterkonstruktion sollte gewölbt sein, um eine möglichst geringe Auflagefläche zwischen der Hölzern zu haben. Es ist zu empfehlen Legepads oder Kunststoffplättchen an den Schnittstellen zu platzieren, da dadurch weniger Reibungspunkte entstehen.


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Auf diese Legepads können nun die Dielen aus Holz gelegt werden. Die passenden Größen schneidet man sich einfach an den Außenkanten mithilfe einer Handkreissäge ab, oder man sucht oder baut sich woanders eine gerade Kante, platziert dort die erforderliche Anzahl an Dielen und schneidet sie auf die erforderliche Länge. Das hat den Vorteil, da dann die Kanten sauber und gleichmäßig ausschauen und die Übergänge überall gleich sind. Die Schnittkanten werden danach geschliffen.

Die Fixierung der Dielen erfolgt durch Schrauben, am besten aus Edelstahl, da sie korrosionssicher sind, die im Normalfall in vorgebohrten Löchern versenkt werden. Dabei sollte beachtet werden, daß das mit einem niedrigen Drehmoment des Schraubers erfolgt, da sonst, zumindest bei Lärchenholz, leicht Risse enstehen. Die Fugenbreite zwischen Dielen kann durch Abstandhalter aus Plastik gewährleistet werden.

Zu guter Letzt werden die Bereiche um die Schrauben geschliffen und das gesamte Material eingeölt. Dem Kunden soll verdeutlicht werden, daß es keine Garantie dafür geben kann, daß das Holz immer so bleiben wird, da es sich mit der Zeit durch Umwelt- und Witterungsverhältnisse stetig verändert und altert.

Christian Nikitin März 2018

holz_im_garten.txt · Zuletzt geändert: 2019/01/07 16:40 von cn