Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


pflanzen_eines_baumes

Pflanzen eines Baumes

Der Baum

Der Baum, z. B. eine dreimal verpflanzte, heimische Buche (Fagus sylvatica) mit Drahtballierung wird direkt von der Baumschule angeliefert. Sie ist laut Katalog etwa 2-2,5m hoch und etwa 0,6-1m breit und soll als Solitär gepflanzt werden. Der Preis liegt bei etwa 145€. Die beste Jahreszeit zum Pflanzen ist der Frühling oder der Herbst, denn bei frisch gesetzten, jungen Bäumen ist eine gute Wasserversorgung entscheidend. Im Sommer muß so viel mehr gegossen werden.

Der Standort sollte gut gewählt sein: Möglichst weit entfernt von Gebäuden oder anderen Bäumen, genug Platz zum Großwerden, zum Wurzelaustreiben und Kronenbilden. Eine Buche kann nämlich sehr groß (bis zu 30m hoch), ausladend (im Freistand fast genauso breit) und in manchen Parkanlagen und Wäldern über 100 Jahre alt werden; sie entwickelt dabei eine dichte, stark schattenspendende Krone und sie kann auch gut im Schatten gepflanzt werden, da sie als Waldbaum nur wenig Licht (1/60 des vollen Tageslichts reicht) für das Wachstum benötigt. Für Mischpflanzungen, Windschutzanlagen und als robuste Hecke eignet sie sich auch ideal. Ihre Wurzeln sind sehr empfindlich, die Oberbodendurchwurzelung wird sehr ausgeprägt. Das Bodenmilieu muß keine besonderen Ansprüche erfüllen; bevorzugt werden aber frische bis feuchte, nahrhafte, leicht lehmige Böden, die leicht ins alkalische gehen; nährstoffärmere, saure Böden sind aber auch vertragbar.

Vorbereitungsarbeiten

Das Pflanzloch sollte die 1,5 bis 2-fache Tiefe und Breite des Ballen umfassen. Schaufel oder eventuell sogar ein Bagger mit Löffel kommen hier zuhilfe. Das Loch sollte erst kurz vorm Einsetzen gegraben werden, da sich die Grube sonst verfestigen kann und sich darin dann Staunässe bildet. Die ist bei der Neupflanzung nämlich der Hauptfeind. Bei Zwischenlagerung sollte der Wurzelballen bewässert, und zugedeckt werden, da Wind und direktes Sonnenlicht den Wurzeln schadet. Der Lochboden, sowie die Ränder sind aufzulockern z. B. mit einem Spaten. Das Wasser muß abfließen können, die Wurzeln zum Austrieb in die Umgebung angeregt werden. Dazu hilft auch Dünger, wie Hornspäne, und Bodenaktivator, welcher Regenwürmer und Insekten anzieht, was zu einer hervorragenden Durchmischung und Auflockerung des Untergrunds über den nächsten Zeitraum führt.

Einsetzen

Der Baum kann eingesetzt werden, z. B. mit mehreren Leuten, oder an einen Bagger oder sogar an einen Kran gebunden und eingelassen werden. Das oberste Niveau des Wurzelballens soll auf derselben Höhe, eher sogar ein bis zwei Zentimeter höher, mit der Lochoberkante und der Fläche rundherum sein. Vor dem Zuschütten und Unterfüttern, soll der Wurzelballen von der Draht- oder Stoffballierung befreit werden. Sie kann abgeschnitten oder -geknipst, etwas runtergedrückt werden und kann im Loch verbleiben; das Material verrottet mit der Zeit von selber. Die Wurzeln können mit einer Rosenschere noch einmal ringsherum angeschnitten werden, was das Wachstum anregt. Auch die Pflöcke können jetzt direkt neben den Ballen in die Hauptwindrichtung und dahinter - hierzulande kommt der Wind meist vom Atlantik, also vom Westen - eingeschlagen werden. Das Loch kann wieder verfüllt werden; gutes Festtreten verhindert späteres Absacken der Erde. Mit übriger Pflanzerde kann ein Gießrand gebildet werden, der den Durchmesser des Wurzelballen hat. Darin kann sich beim Gießen gut Wasser sammeln und absickern, ohne daß die Erde weggeschwämmt wird. Ein Auslichtungsschnitt ist ebenfalls zu empfehlen, da die Wurzeln beim Transport sicher beschädigt worden sind. Dies deshalb, weil zwischen Krone und Wurzel ein Gleichgewicht herrschen muß; der Wasser- und Energiekreislauf der Pflanze ist sonst gestört.

An Pfahl binden

Zur Stabilisierung wurden bereits die Pflöcke eingeschlagen. Ballenpflanzen sind grundsätzlich mit mindestens zwei Pfählen zu sichern. Mit einem Kokosstrick werden nun der Baum und die Pfähle, so hoch wie möglich, miteinander verbunden. Die Stellen sollten astfrei sein. Dabei sollte darauf geachtet werden, daß der Baum nicht abgeschnürt wird, d. h. die Auflagefläche sollte nicht zu dünn sein (mind. 4cm). Außerdem sollte die Neigung des Stricks vom Pfahl nach oben gehen, da sich der Baum noch etwas absetzen wird. In Achten bindet man alles fest; der Strick kann mit Krampen festgenagelt werden. Alle paar Monate sollten die Bindungen überprüft und möglicherweise neu gebunden werden, da der Stamm dicker wird, und sich sonst Einschnürungen bilden können. Der Baum steht gerade.

Christian Nikitin März 2018

pflanzen_eines_baumes.txt · Zuletzt geändert: 2019/01/07 20:37 von cn