Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


treppenbau

Treppenbau

Grundsätzliches

Treppen dienen zur Höhenüberwindung, vor allem zur Verbindung zweier verschiedener Ebenen, die sonst nicht bequem zu erreichen sind. Dies trifft für Steigungen ab 10% zu. Außerdem bieten sie für Gärten einige interessante, bauliche Verzierungsmöglichkeiten in Gestaltung, Form und Materialwahl.

Ein bequemes Gehen auf der Treppe wird durch das Schrittmaß sichergestellt:

Schrittmaß: 2 x Stufenhöhe + Auftritt = 63-68cm

Die Stufenhöhe sollte dabei 10cm nicht unter-, 16cm nicht überschreiten. Grundsätzlich kann gesagt werden, je höher die Stufe, desto kürzer ist der Auftritt, je niedriger eine Stufe, desto länger ist der Auftritt. In Plänen werden Treppen mit Lauflinien gekennzeichnet, die in Richtung Steigung zeigen:


Bild

Das Gefälle sollte mit etwa 1 bis 3% in Hangrichtung kalkuliert werden, da Regen abfließen muß und stehendes Wasser gerade im Winter zu vermeiden ist. Die Stufenbauhöhe setzt sich deshalb auch aus Stufenhöhe und Gefälle zusammen. Die Treppenbauhöhe setzt sich aus der Gesamtzahl der Stufen und eben der Stufenbauhöhe zusammen.; die Gesamtlänge des Bauwerks aus dem Auftritt und der Stufenanzahl. Auch der Bau von Podeste kann einbezogen werden, wenn eine große Treppenlänge zu erwarten ist.


Bild

Stufenarten

Blockstufen Stufen aus einem Block oder einem ganzen Stück; die Verlegung erfordert eine leichte Überlappung Granit, Porphyr, Basalt, Quarzit, Gneis, Sandstein, Muschelkalk, Travertin-Kalkstein, Beton, Holz
Legestufen Plattenartige, dünne Stufen, die waagrecht und mehr in den Boden oder Hang hineingesetzt werden; Unterlegsteine notwendig Granit, Porphyr, Basalt, Quarzit, Gneis, Sandstein, Muschelkalk, Travertin-Kalkstein, Beton, Holz
Stellstufen Dünne Leistensteine, Borde, Palisaden oder L-Steine, die senkrecht aufgestellt und etwa zur Hälfte in den Boden eingelassen sind; der Auftritt muß aufgefüllt oder ausgepflastert werden meist aus Beton oder Granit

Setzen einer Blockstufen-Treppe

Im Gartenbau ist das einer der herausfordernsten Aufgaben, da oft mit Blockstufen gearbeitet wird, die ein enormes Gewicht haben. Diese können aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen. Meist nimmt man dafür Granitblöcke her, die entweder gerade abgeschnitten oder gebrochen wurden. Diese sind meist zwischen 10 oder 16cm dick und zwischen 25 und 35cm breit. Die Länge variiert von 1 bis 1,5 Meter.

Vorbereitung

In der Praxis muß zuallerst der Höhenunterschied berechnet werden, um zu wissen wie viele Steine bzw. Stufen benötigt werden. Bei größeren Treppenanlagen muß der Bau einer oder mehrerer Podeste mit in die Planung einbezogen werden. Auch der Grad der Steigung ist von entscheidender Bedeutung, da damit die Länge des Bauwerks variiert. Die Treppenbauhöhe setzt sich aus Stufenbauhöhe und der Anzahl der Stufen zusammen. Die Treppenlänge dagegen setzt sich aus dem Auftritt und der Anzahl der Stufen zusammen.

Es bietet sich an, wenn entsprechend Raum vorhanden ist, oben von links nach rechts ein Schnurgerüst zu spannen, welches die Endhöhe anzeigen soll. Eine zweite Schnur sollte diagonal von oben nach unten führen, an der die Stufen möglichst anliegen sollten, um eine Regelmäßigkeit im Schrittmaß zu gewährleisten.

Bauvorgang

Hat man die Höhen, kann der Boden entsprechend tief ausgekoffert, mit Kies aufgefüllt und verdichtet werden. Der Bau wird logischerweise unten begonnen. Dafür wird für den ersten Stein eine 10-15cm dicke Betonschicht (C 20/25) aufgeschüttet und entsprechend vorbereitet, so daß der Stein aufgelegt werden kann. Es empfiehlt sich zum Heben einen Blocksteinheber, Bagger oder Kran zur Hilfe zu nehmen. Er sollte dann etwas über der erforderlichen Höhe sitzen, weil er noch etwas geklopft werden sollte. Dabei ist darauf zu achten, daß nach unten eine leichte Schräge von 1 bis 3% eingebaut wird. Das Gefälle ist dazu gut Niederschlagswasser schnell abzuleiten, um Rutschgefahr oder eine Vereisung zu unterbinden. Der nächste Stein wird mit einem kleinen Überstand auf eine 5-10cm dicke Betonschicht über den ersten Stein gesetzt.

Die Steinoberflächen sollten betonfrei bleiben, eventuell am Ende nochmal gereinigt werden, damit nicht bleibende Spuren hinterlassen werden. Der Beton härtet aus und die Blockstufen-Treppe ist nach wenigen Tagen begehbar. Optional können auch seitlich ein oder zwei Geländer angebracht werden.

Christian Nikitin März 2018

treppenbau.txt · Zuletzt geändert: 2019/01/07 20:51 von cn