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trockenmauerbau

Trockenmauerbau

Grundsätzliches

Die Trockenmauer ist unstarr, das heißt sie wird ohne Bindestoff z. B. Mörtel aufgemauert. Die Bauweise findet vor allem Verwendung als Stützmauer für Hänge und ist deshalb eine Schwergewichtsmauer. Das Gewicht der Mauer und ihre Verzahnung begründen ihre Stabilität. Die Mauerdicke am Mauerfuß beträgt mindestens ⅓ der Mauerhöhe, an der Mauerkrone in jedem Fall mindestens 40cm.

Baumaterial

Verwendet werden entweder gepackte, verkeilte Bruchsteine, oder Hammerrechte Steine. Das sind großvolumige Quadermauersteine, die entweder gesägt oder von Hand bearbeitet, und exakt rechtwinklig sind.

Das Fundament

Die Fundamentpackung ist ebenso unstarr, etwa 40cm tief und besteht aus lagenweise, stark verdichtetem Kies, Splitt oder Schotter. Es ist nach beiden Seiten etwa 10cm dicker als der Mauerfuß. Die Fundamentsohle ist waagrecht bzw. minimal Richtung Hang geneigt.

Arbeitsablauf

Der Verlauf der Mauer wird abgesteckt. Der Boden wird 40cm für das Fundament ausgekoffert. Kies und Schotter wird eingebracht, verdichtet und abgezogen. Das Schnurgerüst wird aufgestellt. Die möglichst großen und schweren Steine werden satt aufeinanderliegend, mit möglichst engen Fugen, falls nötig mit kleinen Steinen gekeilt und mit einer leichten Neigung zur Böschung hin aufgesetzt (Anlauf/Neigung nach oben zwischen 10 und 20%). Durch die vielen Kontaktpunkte wird die Stabilität immens erhöht. Wächst die Mauerhöhe, wächst auch die Richtschnur mit. Kreuzfugen und über zwei Schichten gehende Stoßfugen sind zu vermeiden.

In 0,5 und in 1m Höhe sollen sogenannte Durchbinder in das Mauerwerk eingebaut werden; das sind Steine, die den gesamten Mauerquerschnitt durchqueren. Generell sollten etwa ⅓ aller verbauten Steine Binder sein. An der Mauerkrone ist entweder eine schwere Steinplatte mit mindestens 10cm Dicke anzubringen, die das Eindringen von Regenwasser in das Mauerwerk verhindert, oder eine Rollschicht aus Natursteinen einzusetzen.

Wasser kann vom Hang her gefährlich für die Mauer werden, da die Hinterfüllungserde an Gewicht und Volumen zunehmen kann, wenn darin durch einen hohen Feinanteil viel Wasser gespeichert wird. Deshalb kann dafür zwischen Hang und Mauer eine Dränschicht aus Kies oder Schotter mit Drainagerohren zur Abführung des anfallenden Wassers eingerichtet werden.

Weitere Augenmerke

Bei der Abrechnung ist zu beachten, daß nach m² und nicht nach m³ abgerechnet wird. Dadurch ist die Gefahr eines Qualitätsmangels gegeben, wenn versucht wird Geld durch möglichst geringe Mauerdicken einzusparen. Die Mauerdicke fällt nämlich nicht in die Kalkulation.

Christian Nikitin März 2018

trockenmauerbau.txt · Zuletzt geändert: 2019/01/07 20:50 von cn