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Wasserbau

Bei der Planung einer Wasseranlage oder eines Teiches gibt es vorab mehrere Punkte zu berücksichtigen. Der Standort sollte so gewählt sein, daß eine optimale Pflanzenvielfalt möglich ist. Hierzu bietet sich eine Lage in sonnigen bis halbschattigen Gefilden an. Der Blatteinfall im Herbst läßt sich durch eine Platzierung weit entfernt von großen Laubbäumen minimieren. Die Einflußmöglichkeit von Wind schadet dem Teich ebenso wenig, wie eine naturgetreuere Lage an tiefer gelegenen Stellen und Tälern.

Die Größe und Tiefe gestaltet sich beliebig, jedoch sollte eine Tiefwasserzone von mindestens 80cm vorhanden sein, um ein Durchfrieren im Winter zu verhindern, sowie ein kühlende Wirkung im Sommer zu haben. Außerdem hat man durch mehrere Tiefenzonen viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten, was die Pflanzenvielfalt und Landschaftsmodellierung angeht.

Eine erste Vermessung mit einem Nivelliergerät soll Aufschluß über den Höhenunterschied geben. Die bodenvorbereitenden Maßnahmen erfordern evtl. einen Bagger. Je nach Bachlauf sind verschiedene Tiefen und Neigungen möglich. Über die Verlegung von Schläuchen z. B. von der Pumpe im Teich zur Quelle, sollte schon vorher Klarheit herrschen, damit die Schlauchlänge und Verlegetiefe stimmen.

Zunächst gilt es also, die baulichen Maßnahmen so gut es geht abzuschließen. Der Boden wird auf die erforderlichen Tiefen gegraben, Betonkantensteine werden zur Fixierung der Teichfolie gesetzt, spitze Steine oder sonstige kantige Gegenstände werden entfernt oder nach Möglichkeit mit etwas Runderem oder Weicherem z. B. einer Schicht Sand mit einer Vliesdecke mit einer Schwere von 250g/m² abgedeckt. Die Tiefen des Teiches können sich nach den Pflanzenpräferenzen richten, also Tief-, Flach- oder Sumpfzonen.

Das Verlegen der Folie folgt, wenn alle vorbereitenden und baulichen Maßnahmen abgeschlossen sind. Die nötige Foliengröße wird in einer Profilmessung der Länge und Breite ermittelt. Um auf Nummer sicher zu gehen wird es empfohlen, zu dem Wert noch etwa einen Meter zu addieren. Das Folienmaterial sollte sauber und trocken gelagert werden. Die Verlegung erfolgt am effektivsten bei trockeneren, wärmeren, windarmen Wetterbedingungen.

Um langfristig dicht zu bleiben, muß eine Folie mehrere Anforderungen erfüllen. Dazu zählen vor allem Reißfestigkeit, UV-Beständigkeit, Frostsicherheit, Wurzelfestigkeit und Umweltverträglichkeit für die Lebewesen im Umkreis. Im Teichbau hat sich bisher die PVC-Folie etabliert, da sie auch auf der Baustelle im Heißluftverfahren geschweißt werden kann. Es gibt aber auch andere Materialien, die ebenso verwendet werden können, wie PE-, EPDM-Kautschuk- oder neuerdings FPO-Folien.

Bei der Verlegung gilt weiterhin zu beachten, daß feste Oberfläche besenrein und offene Böden wie oben genannt durch Vlies abzudecken sind. Bei chemisch ungünstigen Untergrundmaterialien wie Bitumen oder Asphalt sind Trennlagen vorzusehen. Die Folienbahnen sind fugenparallel, d. h. möglichst ohne Falten oder Wellen zu verlegen. Bei Überschneidungen mehrerer Bahnen sind Querstöße Kreuzstößen vorzuziehen.

Als Verbindungstechnik gibt es neben dem Heißluftschweißverfahren noch das Quellschweißverfahren oder die Möglichkeit zu Kleben, was aber je nach Hersteller und Material unterschiedlich sein kann und deshalb nicht unbedingt zu empfehlen ist. Als besonders effektiv hat sich aufgrund seiner schnellen Handhabe die erste Variante herausgestellt.

Die auftretenden Falten beim Verlegen der Folie sollten möglichst im rechten Winkel zur Uferlinie gelegt werden. Überstehende Folienstücke werden abgeschnitten und fixiert. Dazu können Schrauben und Leisten dienen. Steine können aber genauso reichen. Womit schon die Gestaltung des Teiches angegangen wird.

Dabei ist es essentiell die Langlebigkeit, Stabilität und optischen Reizeffekte in Einklang zu bringen. Die Sicherheit wird gewährleistet durch ein Gitter über die Tiefwasserzonen. Ebenso sollten die Steine abrutsch- und trittsicher sein, da vor allen Dingen Kinder sehr gerne an den Uferzonen spielen. Die Wasserqualität wird hoch gehalten durch einen Abstand zu Beetflächen und die Vermeidung von Altholz im Wasser, weil dadurch ein übermäßiger Nährstoffeintrag und damit die Trübung und Algenvermehrung vornherein behindert wird. Auch der Abstand zu umliegenden Bäumen ist in dieser Hinsicht empfehlenswert, da dadurch der Laubeintrag vermindert wird.

Was die Optik angeht, so sind der eigenen Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Bei dem Ziel einen Bachlauf oder Teich möglichst naturgetreu zu erstellen, bietet es sich grundsätzlich an verschiedene Kieselsteingrößen zu mischen, das Quellwasser langsam zu halten, wenn es aus einem Quellstein fließt, den Wasserlauf mäandern zu lassen, an Abflußstellen das Wasser möglichst über den Steinen sichtbar abfließen zu lassen, und viele Gräser (z. B. Carex morrowii, Schoenoplectus tabernaemontani), Farne (z. B. Dryopteris filix-mas, Polystichum aculeatum), feuchtigkeitsliebende Stauden (z. B. Ajuga reptans, Lysimachia nummularia, Lythrum salicaria) und Wasserpflanzen (z. B. Stratoites aloides, Iris pseudacorus, Hippuris vulgaris) in der Anlage einzusetzen.

Christian Nikitin März 2018

wasserbau.txt · Zuletzt geändert: 2019/01/07 20:54 von cn